Restaurantkritik: Yu Sushi Club im Hotel Kameha Grand in Bonn

Unglaubliche Überraschung!

Unser ganzes Land ist in allen Himmelsrichtungen durchgetestet. Ganze Heerscharen von bezahlten oder selbsternannten Testern sind unterwegs, um uns die Wahl von Hotels oder Restaurants oder Weinflaschen und von noch so manch anderem zu erleichtern. Dabei werden Magazine oder Bücher immer unwichtiger. Die Testergebnisse gelangen vornehmlich über das Internet zu uns, seine Möglichkeiten scheinen unbegrenzt zu sein. Mit etwas Geduld bleiben uns keine Tests mehr verborgen und keine Frage mehr offen. Wir können alles wissen! Weiterlesen

Restaurantkritik: La Mar in Lima

Der Peruanische Biergarten mit Fisch

Wer sich in diesem Restaurant nicht wohlfühlt, der ist entweder ein Snob oder dem ist kulinarisch nicht mehr zu helfen! Hier vereint sich das pralle Leben mit bodenständiger Genusssucht. Auf ihrem Weg vom Meer zum peruanischem Land nehmen die Meerestiere einen kleinen Umweg über die Küche des La Mar in Lima, um direkt in den Mäulern einer standesfreien Gesellschaft zu landen.

Ein Papa neckt sein Töchterchen mit knusprigen Camerones; eine kleine Gruppe von Geschäftsleuten hat jegliche Distanziertheit abgelegt, um sich riesige Langusten einzuverleiben und dabei ständig zu telefonieren; ein Liebespärchen steckt sich, die Welt vergessend, wechselseitig gekringelte Arme eines  Octopus in die Münder; junge amerikanischen Touris gelangen nicht so richtig zum Essen über das Wunder eines Holzschiffes auf ihrem Tisch prall gefüllt mit Muscheln und allerlei frittiertem Fischgetiers, welches sich zwischen Yuccabrocken und Platanoscheiben tummelt; drei nicht gerade ausnehmend schlanke Damen in seriösem Alter kommen beim Betrachten einer prachtvoll drapieren Tafel mit Austern nicht mehr aus dem Kichern über immer neuer Anzüglichkeiten heraus; chinesische Touris hauen sich, ungeübt mit Messer und Gabel, so riesige Brocken von Thunfisch rein, dass ich befürchte, sie verschlingen auch noch das Eisen; und ich mittendrin vergesse vor lauter Bewunderung, meinen Mund zu schließen. Über allem blinkt aus einem luftigen Geflecht von Zweigen die Sonne hindurch, und ein dicker musikalischer Dunst hüllt alles ein. Weiterlesen

Restaurantkritik: Schuhbeck’s in den Südtiroler Stuben

Beste Bayerische Klassiker in eindrucksvoller Umgebung

Alfons Schuhbeck muss hier nicht weiter vorgestellt werden. Seine Fernsehpräsenz spricht für und über ihn. Allerdings ist der Öffentlichkeit kaum der Unternehmer Alfons Schuhbeck bekannt, bei dem immerhin ca. 200 Mitarbeiter angestellt sind. Rund um den Münchner Platzl unterhält er seinen „Leuchtturm“, das Ein Sterne – Restaurant Südtiroler Stuben, dazu kommen eine Kochschule, ein Catering, sodann sein Zweitrestaurant Orlando nebst der Orlandobar, ein Gewürzladen (sein Aushängeschild, bestens!), ein Eissalon, ein Schokoladen- und ein Teeladen, sowie die Veranstaltungsräumlichkeiten Teatro und Prinzipal. Wenigstes was diese Konzentration betrifft wird Schuhbeck in Deutschland von Niemand übertroffen. Ach ja, beinahe hätte ich noch eine ganze Kleinigkeit vergessen; im Nebenberuf ist er auch noch der Koch des FC Bayern. Doch nun fällt mir ein, dass er mit einer Auflage von fast 500. 000 Exemplaren für sein erstes Reisebuch zu den Gewürzen des Mittelmeeres wahrscheinlich noch einen weiteren deutschen Rekord hält. Der Fußballrekordmeister hat sich mit einem kulinarischen Rekordhalter verbunden. Ein zu eins gesellt sich gern. Ab und an schaut Alfons Schuhbeck auch in seinem Gourmetrestaurant nach dem Rechten und geht dabei auch gern zu den Gästen, wie beispielsweise zu mir. Dann kann ein aufgeschlossener und zugleich auch bayrisch hintersinniger Gastrounternehmer und Fernsehstar kennengelernt werden. Weiterlesen

Restaurantkritik: Zum Löwen in Tisens/ Südtirol

Gourmetküche in einem eindrucksvollen Ambiente

Gleich am Anfang, um Missverständnisse vorzubeugen: Es gibt in Südtirol nicht nur ein Dorf Tisens. Hier ist es der Ort bei Lana! Geben Sie in Ihr GPS keinesfalls die Postleitzahl ein, es werden viel andere Orte angezeigt. Und bitte auch nicht die die Hauptstraße eingeben. Biegen Sie von der Bundestraße direkt beim Ortsschild nach links ab und fahren immer durch das Dorf hindurch, hinter eine Kurve liegt rechts das kräftige Haus mit seinem Restaurant. Weiterlesen

Restaurantkritik: Silvio Nickol Gourmetrestaurant im Palais Coburg/ Wien

Enorme Vielfalt mit höchster Konzentration

Das erste, was dem Besucher des Gourmetrestaurants im Palais Coburg gegenübertritt, ist die Wucht der Geschichte dieser früheren Befestigungsanlage und zugleich die Eleganz ihrer Umwandlung in ein Luxushotel. Der Besitzer wollte diesem Glanz auch ein kongeniales Restaurant hinzugesellen, und hat mit dem deutschen Spitzen-Koch Silvio Nickol einen guten Griff getan. Alsbald erreichte dieser die ersehnten Zwei Sterne, die außer dem langjährigen Lokalmatador Heinz Reitbauer jun. Im Steirereck kein anderes Wiener Restaurant bisher schaffte. Das zweite, was dem Besucher des Restaurants auffällt, ist das heitere Naturell dieses Silvio Nickol. Dieses Naturell kommt auch in seinen Gerichten zum Ausdruck, die unbeschwert von Traditionen und Moden daherkommen. Doch dazu später. Weiterlesen

Restaurantkritik: Steirereck in Wien

Vier Stilrichtungen aber Ein Küchenstil

Heinz Reitbauer trägt einen berühmten Namen. Sein Vater hatte aus einem einfachen Gasthaus das erfolgreichste und berühmteste Gourmet-Lokal Österreichs gemacht. Kinder erfolgreicher Eltern haben es in ihrer beruflichen Entwicklung gemeinhin schwer. Die väterliche Dominanz und die öffentliche Erfolgserwartung sind oft nicht mit den persönlichen Berufszielen zu vereinbaren. Heinz Reitbauer jun. focht dies alles nicht an. Zwar hat auch er auf seinem Weg an die gastronomische Spitze mit mancherlei Widrigkeiten zu kämpfen gehabt, aber er macht keine Gewes daraus. Er ist mit beiden Beinen auf der Erde geblieben, und der enorme internationale Erfolg hat ihn sogar bewegt, noch vorsichtiger im Umgang mit der Öffentlichkeit zu sein. Seine Bescheidenheit ist nicht von ihm abgefallen, wozu vermutlich auch seine ebenso couragierte wie umsichtige Frau Birgit als Maître und Seele seines kleinen gastronomischen Reiches beigetragen haben wird. Weiterlesen

Restaurantkritik: Tantris im München

Beeindruckende Klassik im kulinarischen Denkmal

Ich habe schon manchmal auch in einem Denkmal gespeist, zumeist anlässlich von Tagungen oder Kongressen, sozusagen als besonderer Clou für die Teilnehmer. Bei meinem Besuch im Tantris habe ich im lebendigsten Denkmal Deutschlands gegessen, und es war grandios. Ich weiß: der kalte Beton, die rote Stoffbespannung, die Ballonlampen, und alles so verwinkelt, und wenn überhaupt ein Denkmal, dann sollte die Straße davor wenigsten „Eckart-Witzigmann-Straße“ heißen, aber die Münchner Denkmalsbehörde ist wohl weitsichtiger als der eigene Stadtrat. Allerdings muss ich eingestehen, dass mit den ersten Amuse, die vor mir hingestellt wurden, ich diesem Denkmal hernach herzlich wenig Beachtung schenkte. Weiterlesen

Restaurantkritik: Sechs Spezialitätenrestaurants im Hotel Paradisus/ Varadero in Kuba

Das Hotel Paradisus auf der Halbinsel Varadero ist eines der Vorzeigehotels im wichtigsten kubanischen Tourismusgebiet. Es wird gemeinsam von der Wirtschaftsorganisation der kubanischen Armee Gaviota und der weltweit tätigen spanischen Meliá – Hotelgruppe betrieben. Zusätzlich zu seinen ca. 750 Betten im normalen Teil verfügt es über alleinstehende Villen für 160 Gäste mit einer Rundum – Betreuung, dem sogenannten Servicio Real. Wie alle kubanischen Hotels, außer denen in den Städten, ist es ein all inclusive  Hotel. Außer dem sehr großen Buffet – Restaurant mit einem umfangreichen Angebot mittags und abends werden am Abend auch sechs Spezialitätenrestaurants unterhalten: jeweils ein japanisches, ein mexikanisches, ein italienischen und ein Restaurant Kuba – Asia. Hinzukommen ein Restaurant „Romantico“ und eine Restaurant in dem „königlichen Service“. Weiterlesen

Restaurantkritik: Starbien in Havanna

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Paladar war mein Highlight während meines Besuches im Spätsommer 2013 in Havanna. Zu diesem Zeitpunkt bestand er noch nicht einmal ein Jahr, war bestens gefüllt und meine kubanische Begleitung erkannte etliche einheimische „Promis“ in ihm. Er wird von zwei Personen betrieben: Der frühere Rechtsanwalt und Inhaber auch eines spanischen Passes (was für die Ausstattung und Belieferung eines Restaurants in Havanna einen Wettbewerbsvorteil bedeuten kann), José Raul Coburé Tórres, spricht fließend englisch, ist weltgewandt und ein zuvorkommender Gesprächspartner. Sein Kompagnon Osmany Cisnero Fernández hat jahrelang französische Unternehmen in Kuba bekocht und auch andere Länder bereist. Er wohnt seit 1964 in diesem Hause, dessen Vorbesitzer glücklicherweise kein jetzt in Miami beheimateter Kubaner war, sondern ein Spanier. Osmany steht jeden Tag in einer der am besten ausgerüsteten Küche, die ich in Havanna gesehen habe. Eigentlich fehlt von der westlichen Standardausrüstung nur ein Salamander. Er schläft noch immer in einer kleinen Kammer in diesem Haus, seine Wohnung ist das Restaurant. Beide Besitzer ergänzen sich ideal. Weiterlesen

Restaurantkritik: Le Chansonnier in Havanna

Ambiente

Das Restaurant befindet sich im ersten Stock eines herrschaftlichen Hauses in einem Viertel von Havanna, welches zur „amerikanischen“ Zeit Kubas erbaut worden ist. Bei dieser Bemerkung ist zu berücksichtigen, dass von der heutigen Fläche Havannas fast 80 Prozente zwischen der Zeit der Unabhängigkeit von Spanien, die mit der amerikanischen Besatzung einherging, und der Machtergreifung Fidel Castros erbaut worden ist. Außer der Altstadt und einigen Viertel um diese herum ist also der überwiegende Teil der Häuser innerhalb von etwa 60 Jahren des vorigen Jahrhunderts erbaut worden. Weiterlesen

Restaurantkritik: Doña Eutimia in Havanna

Ambiente

Der Platz vor der alten Kathedrale in Havanna gehört zum Herzstück des frühen Havanna. Er ist von alten in grauem und dickem Stein gehaltenen Häusern umgeben. Auch die Mauern der Kathedrale sehen düster auf die Besucher hinab, so dass ich unwillkürlich an die finsteren Zeiten der Inquisition denken musste. Am Ende des kleinen Platzes öffnet sich eine kurze, nur Fußgängern vorbehaltene Sackgasse, breit und luftig, gerahmt von Häusern mit offenen Toren, hinter denen zahlreiche Künstlerateliers eingerichtet sind. Weiterlesen

Restaurantkritik: San Christobal in Havanna

Ambiente

Vor 55 Jahren war die San Rafael Straße eine der besseren Adressen Havannas. Die zwei bis vierstöckigen Häuser sind allesamt in einem unterschiedlichen Stil erbaut, was bis heute noch einen gewissen Charme ausstrahlt und früher eine aufregende Atmosphäre hervorgerufen haben wird. In ihren Erdgeschossen befanden sich einstmals zahlreiche edle Geschäfte und in den Stockwerken darüber die Büros von Rechtsanwälten, Maklern und kleinen Unternehmen. An einigen wenigen Häusern sind noch entsprechende Schriftzüge zu erkennen. In anderen befanden sich Wohnungen der damals breiten und wohlhabenden Kubanischen Mittelschicht. Sie hatten zumeist hohe Räume, säulengeschmückte Treppenaufgänge aus Marmor und vielfältig verzierte Fassaden. Weiterlesen

Restaurantkritik: La Casa in Havanna

Ambiente

Das Elternhaus von Alejandro Robaina (nicht verwandt mit der berühmten Tabakanbaufamilie) liegt in einer Seitenstraße unweit des Zoologischen Gartens von Havanna. Es ist ein Vorort, in dem die aufstrebende Mittelschicht Havannas sich ab den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihre größeren Bungalows und kleineren Villen gebaut hat. Obgleich es bis zum Stadtzentrum mit dem Auto nur eine Viertelstunde ist, scheint dieses Stadtgebiet meilenweit von den quirligen und lärmenden Straßen der Innenstadt entfernt zu sein. Hier herrschte einst gutbürgerliche Gediegenheit und gepflegte Ruhe. Auch nach der Vertreibung der meisten seiner ursprünglichen Bewohner, haben ihre neuen Besitzer, zumeist Protektionisten des neuen Systems, viel von dieser Atmosphäre bewahrt, denn auch sie lernten die Verschwiegenheit einer gewissen Abgeschiedenheit durchaus zu schätzen. Weiterlesen

Restaurantkritik: LE VAL D’OR auf der Stromburg

Ein großer Name will kulinarisch wieder ganz nach Oben

Unter den aktiven deutschsprachigen Köchen verfügt Johann Lafer mit ca. 82 % über den größten Bekanntheitsgrad. Eigentlich sollten wir stolz darauf sein, dass ein Sternekoch (den ich bei meinem Besuch in seiner Küche antraf, und der sich nach dem Speisen ausführlich mit mir über meinen Eindruck austauschte) so populär in Deutschland ist, gleich auf welchen Wegen sich dies vollzieht. Aber unsere Nationaleigenschaft „Neid“ ruft bei etlichen Kollegen auf seiner Ebene eher Distanz als Anerkennung hervor. Von Köchen, die ins Fernsehen gehen, alsbald darauf ihr Sternerestaurant schließen, sich später jedoch entscheiden, mit ihrer Popularität durch ein einfacheres Lokal noch einmal richtig Kohle zu machen, halte ich mich fern. Dieser Johann Lafer wird bis heute von einige Top-Köchen (mir gegenüber in Gesprächen) als einstmals der beste Patissier Deutschlands gepriesen, zudem hatte er mit seinem Stammrestaurant auch einstmals Zwei Sterne errungen, und hält nun schon seit vielen Jahren einen Stern. Grund genug, ihm dafür Respekt und Anerkennung entgegenzubringen, und sein Sterne – Restaurant zu besuchen. Weiterlesen

Restaurantkritik: Gerhard Wieser am 5. März mittags auf dem 18. Rheingau Gourmet & Wein Festival im Kronenschlösschen/ Eltville-Hattenheim

Die Berge und die Sonne Südtirols

Es ist ein Allgemeinplatz, dass Südtirol nicht Österreich und auch nicht Italien ist. Es hat in der Welt etwas so ziemlich einmaliges geschafft, nämlich die Eigenschaften von zwei unterschiedlichen Kulturen anzunehmen. Eigentlich sogar von drei, denn die Kultur der Alpen ist auch etwas so ziemlich Eigenständiges. Weiterlesen

Restaurantkritik: Heiko Nieder im „Fine Dining“ des Hotels „The Dolder Grand“ in Zürich

Kurzer Rückblick

Mit diesem Bericht schließe ich meine kulinarische Reise in die Schweiz ab. Obgleich ich nun wahrlich nicht alle maßgeblichen Schweizer Restaurants besucht habe, erlaube ich mir trotzdem ein kleines Fazit.

Die Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Swiss romande sind für einen Deutschen Beobachter erstaunlich. Die Köche im französischsprachigen Teil der Schweiz sind allesamt nach Frankreich orientiert. An den Küchen anderer Ländern sind sie nur rudimentär interessiert. Sie sprechen kein Deutsch und wenig englisch. Von Ausnahmen abgesehen hält sich ihre Bereitschaft zum Experimentieren in Grenzen. Ihre Gerichte sind auf geschmackliche Harmonie ausgerichtet. Sie zelebrieren ihre Gerichte, aber nicht in Form einer Show. Bei den Gästen aus ihrer Region gelten sie als Künstler – Stars. Weiterlesen

Restaurantkritik: Rico’s Kunststuben in Küsnacht/ Zürich

Von der Schwierigkeit der Neuerfindung einer Tradition!

Die Züricher Bürger gelten in der Schweiz gemeinhin als trockene Protestanten und im Ausland als eiskalte Banker. Nachdem ich ihre Essgewohnheiten kennengelernt habe, kann ich beiden Charakterisierungen nicht mehr folgen. Das im Vergleich zu deutschen Großstädten eher kleine Zürich war schon immer ein Hort kulinarischer Genüsse. Die Züricher liebten und belebten ihre traditionellen Restaurants und hielten sehr viel von Gourmetlokalen, lange bevor dies auch in Deutschland schick wurde. Einen Tag ging es in die „Kronenhalle“ und den anderen in die „Kunststuben“. Fast dreißig Jahre lang bekochte hier Horst Petermann das Züricher Bürgertum. Dies gelang ihm so gut, dass der gebürtige Hamburger das Schweizer Bürgerrecht erhielt und nebenbei auch noch Zwei – Michelin – Sterne. Seit drei Jahren führt sein früherer Küchenchef Rico Zandonella, ein Schweizer aus dem Tessin, das Restaurant weiter und hat – was nur selten Nachfolgern aus der alten Küche gelingt – sich bereits wieder die Zwei – Sterne zurückgekocht. Dies jedoch sogar mit einem neuen Stil, was umso anerkennenswerter ist. Traditionell waren die Kunststuben über die Kochkunst hinaus auch künstlerischer Anziehungspunkt. Rico belebt diese Tradition durch Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen im Restaurant und in seinem Garten. Weiterlesen

Restaurantkritik: Andreas Caminada auf Schloß Schauenstein

Ein Weltstar und ein Show-Genie

Bevor ich von Andreas Caminada hörte, kannte ich von Graubünden nur das, was wohl bis heute die meisten deutschen Gourmet – Liebhaber kennen: Bündner Fleisch. Andreas Caminada hat dies weltweit verändert.

Ein kleiner Flecken, vor eintausend Jahren entstanden, seit einigen Hundert Jahren auch eine Stadt und darin ein Schloss, aber mit gerade einmal 300 Einwohnern die kleinste Stadt der Welt, und das Schloss, mit häufigem Besitzerwechsel, beherbergt seit zehn Jahren nur noch ein kleines Hotel und ein kleines Restaurant, aber damit sind Stadt und Schloss weltbekannt geworden! Weiterlesen

Restaurantkritik: Lionel Rodriguez im Hotel des Trois Couronnes in Vevey

Hoffnungsvoll besternter Beginn

Überraschung

Das kleine, verschlafen wirkende Städtchen Vevey direkt am Genfer See beherbergt die Zentrale eines der weltweit größten Nahrungsmittel – Konzerne: Nestlé. Deshalb ist es nicht verwunderlich, aber trotzdem bewundernswert, dass direkt neben dem Hotel, über dessen Restaurant ich hier berichten möchte, sich das weltweit einzigartige Museum „Alimentarium“ befindet, im Untertitel deutlich als „Musée de l‘ alimentation“ bezeichnet. Es wird von der Nestlé Stiftung finanziert, ist aber kein Firmenmuseum. Vor seinem Eingang werden in einem Garten Kräuter und Gemüsesorten aus allen Teilen der Welt angebaut, soweit es hier im Mikroklima des Genfer See möglich ist. Garten und Ausstellungsräume könnten ein Pilgerort für Gourmets aus aller Welt sein, wenn das Museum denn bekannt wäre, was offensichtlich Nestlé nicht besonders forciert. Das Museum gibt auch Kataloge über Sonderausstellungen zu sagenhaft günstigen Preisen heraus, einige davon auch auf Deutsch, die ich auf meinem Kochbuch – Portal BuchGourmet.com vorgestellt habe. Weiterlesen

Restaurantkritik: Stéphane Décotterd im Le Pont de Brent

Eindrucksvolle Klassik

Als ich an einem frühen Nachmittag im September dieses Restaurant direkt neben der Brücke über einem Flüsschen zum Genfer See hin verließ, war ich hocherfreut, dass sowohl der Michelin als auch der Gault Millau eine eindeutig klassisch ausgerichtete Küche zu schätzen wissen. In beiden Restaurant – Führern werden Stil und Niveau der Küche von Stéphane Décotterd direkt unterhalb der sehr kleinen absoluten Schweizer Spitze eingeordnet. Ich habe bei ihm drei Stunden ein Menü genossen, wie es in Deutschland in dieser Form und in dieser Qualität kaum noch zu finden ist. Weiterlesen