Restaurantkritik: Geisels Werneckhof

Angenehm – Aufregend – Vielversprechend

Kein junger Koch in Deutschland hat eine derartig geradlinig kurze Karriere bis zum ersten selbständig geführten Restaurant einschließlich des ersten Sterns hingelegt, wie dieser Tohru Nakamura. Entsprechend umfangreich waren auch die Berichte über ihn in den zurückliegenden zwölf Monaten. Er absolvierte eine Lehre in einem der besten Hotels Deutschland (das zur Geisel Gruppe gehörende Königshof in München) bei einem Sternekoch (Martin Fauster), war dann zwei Jahre bei Joachim Wissler (Drei Sterne) im Vendôme, dem besten Koch Deutschlands, weiter ging es für zwei Jahre in die Niederlande zu Sergio Hermann (Drei Sterne) im Oud Sluis, einem der weltweit besten Köchen, und als quasi Abschluss einige Wochen als Stager nach Tokio in drei der dort absoluten Top-Restaurants, eines davon mit Drei Sternen. Mehr geht wohl kaum!
Allerdings hatte der junge Mann vor seiner Ausbildung auch noch das Abitur abgelegt. Als einer der ganz wenigen deutschen Sterneköche kann er ein solches vorweisen. Innerhalb nur eines Jahres hat er das traditionelle bayerische Wirtshaus der drei Geisel-Brüder in Münchens Schwabingviertel kulinarisch völlig umgekrempelt. Weiterlesen