Vom Spargel–Wein bis zum Wein um Mitternacht

Eine große Sauvignon Blanc Probe

Als ich zum ersten Mal den Namen „Quarz“ auf einer Weinkarte las, dachte ich

„Was für ein idiotischer Name! Sicherlich kommt auch Quarzitgestein im Boden eines Weinberges vor, aber Wein ist kein Stein, Wein lebt.“

Nein, einen Wein mit so einem mineralischen Namen wollte ich nicht trinken! Punktum!

Monate danach war ich in einem Restaurant eingeladen. Mein Geschäftspartner erklärte pompös, dass er mir als Überraschung einen ganz besonderen Wein vorstellen wolle. Er fragte mich erst gar nicht, welchen Wein ich trinken wollte, er bestimmte einfach. Der Wein war grandios, bereits seine Farbe sprach mich an. Er hatte eine mir bisher nicht bekannte Opulenz. Ich bat den Sommelier, mir die Flasche zu zeigen. Das Etikett wurde völlig von einem kurzen grünen Namen eingenommen:

QUARZ

So kann es einem ergehen, wenn man seine Vorurteile pflegt, dachte ich mir.

Vom Spargel–Wein bis zum Wein um MitternachtNoch viel später wollte ich mir bei der Weinhandelsgesellschaft „Weinland Ariane Abayan“ (gehört im Verbund dem größten deutschen Händler gehobener Weine) einige Kisten Quarz bestellen. Dafür scrollte ich im Internet bei „Weinland“ das gesamte Angebot an Sauvignon Blanc herunter. Ich war baff: Zehn verschiedene Weine aus fünf Anbaugebieten auf drei Kontinenten! Wow! Dieses Erlebnis war die Geburt einer Querprobe, einer von mir selbst gesponserten…

Die Querprobe

Sie kennen das sicherlich:

Zuerst die Farbe im Glas, dann die Aromen in der Nase, darauf die Geschmacksentwicklung am Gaumen, zuletzt der berühmte Abgang, aber danach unbedingt eine Klassifizierung: 20 Punkte oder 100, drei Gläser oder fünf Trauben, vielleicht haben Sie aber noch eine ganz eigene Bewertungsmethode???

Ich habe nichts gegen derartige Klassifizierungen. Jeder Mensch benötigt eine Orientierung im Leben. Wein gehört zum Leben, also her mit der Weinorientierung!

Meine Orientierung ist simpel. In meinem Leben habe ich ziemlich viele Bücher gelesen, die meisten mit großem Genuss. Zudem habe ich zwei Berufe ausgeübt, einen mit Genuss am Wissen, den anderen mit Genuss am Geld. Ich rauche Zigarren aus Genuss und niveauvolles Essen sowie Trinken sind sowieso purer Genuss. Deshalb kann meine Weinsprache nur Genuss sein! Also los geht’s:

Vette di San Leonardo Trentino 2014, 12, 95 €

Bei allen regionalen Gegensätzen wird Italien durch eine besondere Eigenschaft geeint. Dabei nehmen die Italiener, gleich in welcher italienischen Region sie wohnen, diese Eigenschaft als ziemlich selbstverständlich hin, während sie den Deutschen schon seit jeher als das eigentliche Ziel ihrer Sehsüchte gilt. Jedes, aber auch wirklich jedes italienische Weingut liegt in einer zauberhaften Landschaft! Das prägt auch den Charakter seiner Weine. Es gibt in Italien nicht den Massenproduzenten eines mehr oder weniger einheitlichen Geschmacks, wie im Bordeaux, und ebensowenig industriell gemachte Weine wie die des Nappa Valleys. Das Weingut Tenuta di San Leonardo liegt nördlich von Verona, im südlichsten Zipfel von Südtirol, beschirmt von den Gipfeln der Dolomiten. Eine traumhafte Lage. Der Wein enthält die elegante Leichtigkeit der Landschaft, die ihn hervorbringt. Er ist aromatisch und fruchtig, vielleicht mit einem Anklang von Rosen. Auch sein relativ geringer Alkoholgehalt befördert seinen schnell Trinkgenuss. Obgleich er aus dem Norden kommt, ist er für mich ein perfekter Pastawein. Er erdrückt nicht, entfaltet aber noch eine eigene Wirkung.

Russiz Sauvignon Blancfumat Collio 2013, 22, 95 €Vom Spargel–Wein bis zum Wein um Mitternacht

Die Region Collio im Friaul ist eine uralte Kulturlandschaft, die im Laufe der Jahrhunderte viele Herren erlebt hat. Seit sieben Jahrzehnten ist dort an der Grenze zu Slowenien, östlich von Udine und nördlich von Triest, Ruhe eingekehrt. Jetzt regiert der Wein diese Region, nachdrücklich durch die Anerkennung einer eigenen DOC seit 1968. Dem Vollblut-Winzer Marco Felluga, gehören einige der besten Lagen, und mit seinen Pinot Grigio, Pinot Bianco, dem einheimischen Friulano sowie unserem Sauvignon hat er eine beeindruckende Serie von klar gekelterten Weißen hervorgebracht. Sein Sauvignon ist ein echter Männerwein, hoch im Alkohol und in der Säure, also keine elegante Damentasche. Er verlangt kräftiges Zubeißen. Am Anfang wehrt er sich am Gaumen, so als ob er damit an seine oft und hart umkämpfte Region erinnern will. Für die Liebhaber italienischer Weine wird er nicht der Gewinner im Preis-Leistungs-Verhältnis sein, aber er kommt ja auch aus einer wilden Randregion!

Collanvini Sauvignon Blancfumat Collio DOC 2013, 13, 95 €

Direkt an der Grenze zu Slowenien liegt das Weingut Eugenio Collavini. Es wird in der vierten Generation von Manlio Collavini geführt, der den Wein bereits in seinem Namen trägt. Bis Triest, Udine, Klagenfurt und Leibach sowie auch zur Küste nach Rijeka ist es nicht weit. Ideal für den Urlaub in einer noch nicht überlaufenden Region. So unbekannt wie diese Region ist, so verhalten beginnt auch ihr Wein. Quasi schleicht er sich erst an den Gaumen an, bis er zu wirken beginnt. Dieser Wein ist ein typischer „Trinker“-Wein, zwei oder drei Gläser reichen nicht, um ihn zu erschmecken, dafür muss es schon die ganze Flasche sein!

Wie so viele italienische Weingüter präsentiert sich auch Collovani im Internet außer auf Italienisch nur auf Englisch. Wahrscheinlich kommen in diesen Zipfel Italiens die Gäste vor allem aus den USA, Wales, Schottland, Irland und England, vielleicht auch einige aus Indien und Südafrika, aber ganz sicherlich so gut wie niemand aus der Schweiz, Südtirol, Österreich und überhaupt gar niemand aus Deutschland. Aber da gibt es ja noch den Übersetzungsbutton! Wird er benutzt, können Sie erfahren, dass dieses Weingut sich in den „Ausläufern der Anden“ befindet. Sie können sich also die Reise nach Südamerika prompt sparen!

Buitenverwachting Sauvignon Blanc Constantia 2014, 9, 98 €

Wir viele der älteren südafrikanischen Weingüter ist auch dieses von holländischen Einwanderer gegründet worden, die vor dem ewigen Meer und dem immer runden Käse ihrer Heimat geflüchtet sind, um endlich ihre Sehnsucht nach rauen Bergen und aufregenden Wein befriedigen zu können. Inzwischen ist dieses Weingut in deutsche Hände übergegangen, produziert ordentliche Weine und exportiert sie fleißig nach Deutschland. Dieser Wein weist zwei Besonderheiten auf. Einmal ist sein Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu vielen europäischen Weinen exzellent, weil vergleichbare Weine aus Deutschland oder Italien deutlich mehr kosten. Zum anderen weist er mit 13 Prozent Alkohol weniger auf, als die meisten der von mir hier getesteten Wein. Er lässt sich deshalb problemlos schnell trinken, am Ende spürte ich nur seine Säure – oder lag es daran, dass ich ihn zu schnell und zu viel davon trank? Zuerst wirkt er etwas seifig aber zugleich auch aromatisch, doch schnell wird er gefällig, geht prima herunter, und nach dem zweiten oder dritten Glas wird er richtiggehend geschmeidig. Wonach duftet er? Vielleicht grasig, eventuell Stachelbeeren, auch noch unreife Aprikosen? Nach dem dritten Glas ist es sowieso egal, denn er gefällt!

Boschendal Sauvignon Blanc Reserve 2013, 14, 75 €

Boschendal ist nicht bloß ein Weingut, es ist auch eine Farm, ein Restaurant, ein Gästehaus, und das alles soll in einer traumhaften Umgebung eingebettet sein. Allerdings gibt es in Südafrika mehr traumhafte Weingüter als Sie in einem Sommer besuchen können! Das sagt Ihnen auch dieser Sauvignon Blanc: Am Anfang kräftig, etwas beißend, dann aromatisch und frisch, zuletzt vergänglich, weil austauschbar. Diesen Wein können Sie problemlos schnell trinken, Sie müssen nicht auf den besonderen Moment warten. Dieser Wein ist freundlich zu ihnen, er strengt nicht an.

Vergelegen Sauvignon Blanc Reserve 2014, 22, 95 €

Noch so ein Jungspund mit einem schwierigen holländischen Namen! Aber aufgepasst: So jung er auch ist, er wirkt schon, denn immerhin sind seine Trauben auf einem der ältesten Weingüter (seit 1700) Südafrikas herangereift, und er ist unter den Händen eines Weinmachers (André van Rensburg) entstanden, der sich selber als ein Perfektionist und Weinkünstler versteht. Ist dieser Anspruch im Glas wiederzufinden? Meine Verkostungsnotizen hatte ich aufgeschrieben, bevor ich etwas über das Gut und seinen Weinmacher gelesen hatte, und dabei schrieb ich von einer eleganten Leichtigkeit am Gaumen, gefällig und heiter sei er, zudem sehr harmonisch. Trinken Sie nur ein Glas zum Spargel, aber bitte nur frischen aus Ihrer Umgebung, nicht von weit her importierten, sonst erdrückt der Wein den Spargel, und danach bleiben Sie noch so lange sitzen, bis sie die Flasche ausgetrunken haben, nicht weil Sie eventuell Alkoholiker sind, sondern als Genussmensch! Allerdings habe ich ihn auch mit einer Schüssel frischer Erdbeeren und einem Butterbrot genossen, später kamen noch Königsberger Klopse und ein Wiener Schnitzel und meine Lieblingsfrikadellen aus Kalb und so weiter hinzu …

Neil Ellis Amica Sauvignon Blanc 2013, 15, 95 €Vom Spargel–Wein bis zum Wein um Mitternacht

Seit dreißig Jahren macht Neil Ellis Wein, für einen Weinkenner ohne Familientradition eine kurze Zeit, aber jetzt sind bereits seine drei Kinder mit eingestiegen. Für was nicht alles der zauberhafte Name „Amica“ herhalten muss, für Zeitschriften, für Haushaltsgeräte, für Moden, Hilfsorganisationen, Online Dienste – alles im Dienste der „Freundschaft“. Ich zweifle! Bei diesem Wein jedoch nicht. Er kann ein Freund werden, allerdings nur, wenn Sie ausreichend davon genießen. Zwar schmiegt er sich bereits beim ersten Schluck an, ist vollmundig, aber erst nach etlichen Gläsern verlieren sich die einfachen Noten von Tannin, und erst dann verhilft sein Alkohol (14 %!) zur Vollmundigkeit. Ein ganzer Kerl, wie eben sein Schöpfer: klar direkt arglos!

Mont Nelson Sauvignon Blanc 2013, 15, 95 €

Der Name ist geschickt gewählt, denn kaum ein Käufer wird eine Verbindung zwischen dem großen Admiral und diesem eher mittelprächtigen Wein herstellen. Der Wein kommt in einer grünen Flasche, dass passt, denn er hat die grüne Note typischer Sauvignon Blancs, aber nur leicht! Nelson war niemals „leicht“. Der Wein ist vorsichtig anschmiegsam. Aber der alte Nelson war ein intelligenter Draufgänger. Im Abgang wird er deutlich schwächer. Nelson indessen hatte einen Paukenschlag als Abgang. So deckt ein großer Name, die Grenzen eines ordentlichen Weines zu. Geschicktes Marketing! Aber für diesen Preis gerechtfertigt!

Ram’s Hill Sauvignon Blanc 2012, 31, 95 €

Wenn Sie diese Flasche in die Hand nehmen, sollte eigentlich ein besonderes Gefühl Sie ergreifen, denn Sie haben eine von nur 6. 000 Flaschen dieses Jahrgangs in der Hand, und außerdem dürfen Sie auf seiner Rückseite eine Bemerkung von Marchese Lodovico Antinori lesen. Sicherlich wird nun eine gewisse Erhabenheit in ihre Weinseele einziehen! Wenn Sie dann den Korken gezogen haben, und den eingeprägten Jahrgang auf ihm bemerken, werden Sie sicher sein, gleich einen besonderen Tropfen genießen zu dürfen. Dann gießen Sie ein, schnüffeln am Glas und sofort nimmt Sie ein tiefes Aroma gefangen, von dem der ältere Herr aus Italien meint, es seien tropische Früchte, ich rieche auch Pfirsichnoten heraus, vielleicht leicht überdeckt von Kiwi, das würde gut zu Italien und Neuseelang passen. Bereits mit dem ersten Schluck schmeißt dieser Wein sich an Ihren Gaumen heran, er ist wuchtig und süffig, ja sogar ein wenig fett, doch das geht alsbald vorüber, aber die Wucht bleibt lange am Gaumen hängen, deshalb ist er definitiv kein Spargel-Wein. Trinken Sie ihn in der Abenddämmerung einer lauen Sommernacht, wenn Sie den Tag in sich vorüberziehen lassen, und wenn die Nacht Sie gefangen genommen hat, sollte die Flasche geleert, und eine heitere Beschwingtheit in ihre Seele eingezogen sein. Um übergangslos schlafen zu können, machen Sie am besten noch eine Flasche auf …

Quarz Sauvignon DOC 2013, 35, 95 €

Da kommt ein gewichtiger Gebieter einher, nicht filigran wie ein junger Bambus und auch nicht so geschmeidig wie ein Kätzchen, sondern mit der Ausstrahlung eines selbstbewussten Königs. Auf einer bauchigen, dickwandigen Flasche ist auf der Kapsel über dem Korken seine Herkunft eingraviert: Südtirol! Auf dem Korken dann: Kellerei Terlan! Aber leider nicht der Jahrgang. Ich weiß nicht, wie viele Jahre sich dieser Wein halten wird, aber ich weiß, dass er mit den Jahren ganz gewiss nicht besser wird. Er ist bereits jetzt auf dem Höhepunkt.

Die herausragenden Weine unterscheiden sich in zwei Richtungen.

Die eine Richtung sind Weine, die Sie als Solitär trinken sollten, denn sie haben so viele unterschiedliche Eigenheiten, dass sie keine Begleitung vertragen. Beim Trinken erzählen sie Ihnen eine Geschichte, und dabei verändern sie sich. Das sind keine harmonischen Weine, sondern Weine, die Aufmerksamkeit verlangen, die in feine Verästelungen erspürt werden wollen, und die am Ende noch einen Höhepunkt offenbaren.

Die zweite Richtung sind Weine, die sich Ihnen sofort erschließen. Von Anfang an sind sie voller Harmonie! Sie haben keine Phase der Verweigerung und selbstverständlich – wie alle großen Weine – keinerlei Fehltöne, auch nicht Andeutungen davon. Bei einem solchen weißen Wein, können Sie eigentlich alle tropischen oder zitrusartigen Aromen herausriechen und schmecken. Sie sind ideale Begleiter, und verlieren dabei jedoch nicht ihren Charakter. Wenn Sie mehrere Flaschen zusammen mit unterschiedlichen Speisen ausprobieren, werden Sie feststellen, dass ein solcher Wein – wie eben unser Quarz – zu fast allen Speisen passt, es muss ja nicht gleich Rotwild oder Rheinischer Sauerbraten sein …

Der Quarz bleibt gleich, vom ersten bis zum letzten Glas schenkt er Ihnen das Gefühl einer großartigen Ausgewogenheit. Er ist ein Wein ohne Anfang und ohne Ende. Er ist immer nur eines: Hochgenuss!!!

Allerdings ist eine nicht unwesentliche Einschränkung zu machen. Bitte machen Sie nicht den Fehler, und stellen nur eine Flasche kalt. Wenn Sie diese geleert haben, wird das Gefühl, weiter genießen zu wollen, vollständig von Ihnen Besitz ergriffen haben, und Sie werden ohne eine zweite gekühlte Flasche Qualen der Sehnsucht erleiden. Falls Sie zu zwei genießen oder gar zu dritt, dann benötigen Sie drei, oder vier oder fünf Flaschen bis der Quarz Sie in eine andere Sphäre hinübergeleitet hat.

 

Drei Fragen hatte ich mir vor dieser Probe gestellt:

  1. Ist es sinnvoll, teure mit billigen Weinen zu vergleichen?
  2. Lassen sich überhaupt Weine verschiedener Regionen oder  Ländern ja auch Kontinente miteinander zweckmäßig vergleichen?
  3. Ist eine Sauvignon Blanc Probe ohne Sancerre Weine aussagekräftig?

Die Antwort auf die erste Frage könnte lauten:

Weniger teure Weine ganz schnell wegtrinken, und teure nur schnell wegtrinken!

Bei den Weinen für ganz kleines Geld besteht der Genuss aus reiner Unkenntnis.

Unter meinen hier probierten Weinen war keiner für einen solchen Genuss dabei, wobei ein schnelles Besäufnis durchaus Genuss bereiten kann, es kommt dabei nur auf die Perspektive an. Der kundenfreundliche Aldi bietet zumeist an Weihnachten auch Weine für 10 Euro und mehr an. Alles was weniger kostet, selbst die gerühmten fünf Euro Weine des Herrn Keller vom Kaiserstuhl, ist geschmacklich belanglos.

Es gibt die berüchtigten „Terrassenweine“. Tatsächlich schmecken die einfachen Weine in den Wintermonaten genauso langweilig wie es das Wetter ist. Erwärmt jedoch die Sonne unsere Haut, machen diese Weine auch unser Gemüt sonnig. Dagegen sind an einem Winterabend der Quarz und Ram’s Hill ideale Begleiter für ein rassiges Buch, so mit Sessel und Beine hoch, wenn dann Neugier, Spannung und Aufregung aufkommen.

Die zweite Frage könnte als naiv abgekanzelt werden. So einfach ist es damit aber überhaupt nicht. Na klar kann man einen Cabernet aus dem Bordeaux mit einem aus dem Nappa Valley vergleichen. Aber es macht keinen Sinn, das Original mit einem Klon zu vergleichen, 500 Jahre Erfahrung sind nicht in einhundert zu durchleben. Meine Sauvignon Blanc sind durch ihr Alter miteinander verbunden, denn allesamt stammen sie aus jüngeren oder sogar aus sehr jungen Anbaugebieten. Aber sie wachsen in sehr unterschiedlichen Gegenden unter extrem unterschiedlichen Klimas. Die Verkostung solcher Weine ist wie eine Reise, und ich nehme Sie dabei mit.

Und die 3. Frage?

Keinen Zweifel, es gibt großartige Sancerre, aber können Sie deren Preis wirklich abtrinken? Ich weiß, das ist eine blöde Antwort, wenngleich Sie zugeben müssen, dass eine solche Antwort durchaus etwas für sich hat. Die meisten von Ihnen werden nämlich keine Etikettentrinker sein, und Ihre glatten Haare bekommen Locken, wenn Sie hören, was die professionellen Weintester so alles an Obst, Gemüse oder gar profanen Abfall heraustesten. Und doch klingt es nicht so schön gelee(h)rt?

Ich will gar nicht allgemeingültig verbindlich aussagekräftig sein. Ich will Sie unterhalten, und dabei animieren, sich ebenso auf eine solche Reise zu begeben. Trinken Sie einmal quer, lassen Sie los von gedankenschweren Einwänden, lassen sie alles raus aus ihrem Kopf und nichts weiter hinein als puren Genuss!

 

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