Udo Pollmer, Georg Keckl, Klaus Alfs: Don’t Go Veggie! – 75 Fakten zum vegetarischen Wahn, 2015 Hirzel, Stuttgart

Bitte keine Illusionen hegen:

Kein einziger Vegetarier oder Veganer wird durch dieses Buch überzeugt werden, von seiner Einstellung – oder wie es die Autoren nennen „seinem Wahn“ – abzulassen. Wo anstelle von Wissen der Glaube oder die Ideologie das Verhalten bestimmt, ist wissenschaftliche Aufklärung wirkungslos, nur die Macht des Lebens selber kann Veränderungen herbeiführen.

Der Marxismus war theoretisch schon längt widerlegt, bevor er in Sowjetrussland die alleinige geistige Herrschaft gewann. Mit dem ersten sowjetischen Geld hatte sich eine sozialistische Zukunft auch praktisch als eine Illusion erwiesen. Und mit den ersten bolschewistischen Massenerschießungen hatte sich die neue Gesellschaft moralisch vernichtet. Aber danach folgten noch fast 70 weitere Jahre mit den in der Sowjetunion und China größten Massenmorden der Menschheit.

Mit ihrem Buch werden die Autoren noch nicht einmal das Wachstum des Vegetarismus und seiner veganen Variante eindämmen können. Aber das Buch liefert denjenigen Menschen einen Wissenszuwachs, die nicht dem Glauben an einen neuen Königsweg zur Rettung der Menschheit aus einer selberverschuldeten Unmündigkeit verfallen sind. Wissen muss man eben auch wollen, und wer es will, kann sich in diesem Buch reichlich bedienen.

Fast alle Argumente der Vegetarier, soweit sie Begründungen für ihre Lebenseinstellung betreffen, werden nachprüfbar auseinandergenommen. Auf eine Begründung gehen die Autoren jedoch nicht ein. Allerdings ist diese auch eine rein individuelle, deshalb also nicht mit einer Welterrettungsvorstellung verbunden, und zudem ist sie gerade in den letzten Monaten in zahlreichen Zeitungs- bzw. Magazinbeiträgen behandelt worden. Es ist die Vorstellung, sich als Vegetarier oder Veganer gesünder ernähren zu können, gar nicht zu reden von Genuss.

Am Ende des Buches drängt sich eine Frage auf, die die Autoren leider nicht stellen, und demzufolge auch nicht beantworten: Warum ist diese Bewegung in den letzten Jahren in hochentwickelten westlichen Ländern so stark angewachsen, dass sie Andersdenkende inzwischen massiv bedrohen kann? Eine Beantwortung dieser Frage ist jedoch erforderlich, will man die Argumentationen ihrer propagandistisch rührigsten Vertreter letztlich verstehen und entlarven.

Udo Pollmer, Georg Keckl, Klaus Alfs: Don’t Go Veggie! – 75 Fakten zum vegetarischen Wahn, 2015 Hirzel, StuttgartDie Autoren haben weder ein Pamphlet noch eine Streitschrift verfasst, sondern eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Bestreben, durch eine Meinungsführerschaft zu unserer Lebenseinstellung, die wichtigste Eigenschaft unserer westlichen Zivilisation zu beseitigen, nämlich unsere Freiheit. Die in diesem Buch namentlich genannten Meinungsführer lassen keine andere Position als nur die ihrige gelten, wobei sie sich logisch jedweder sachlichen Diskussion entziehen. Deshalb kann es nicht allein darum gehen, diesen Vegetarismus und seiner vegane Variante massive Unwissenheit oder vielfältige Lügen oder demagogischer Behauptungen nachzuweisen, sondern es geht darum, die davon ausgehende Bedrohung zu erfassen. Diese Bedrohung ist keine Fiktion, denn es sei nur an die demagogische Forderung der Grünen nach einem Veggieday erinnert, und inzwischen können Veganer ungehindert publizistisch in öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, also steuerfinanziert, ihre menschenfeindliche Ideologie verbreiten, und dies in unserem Land, welches bittere Erfahrungen mit menschenfeindlichen Ideologien machen musste.

Viele deutsche Gourmets oder kulinarisch Interessierte werden vegetarischen Bestrebungen mit einem Schmunzeln begegnen, und besonders pointierte Auffassungen als Schwachsinn (Pollmer mit seiner kräftigen Sprache würde hier wohl „geistiger Dünnschiss“ schreiben) abtun. Dieses Buch zeigt, dass wir es uns damit zu leicht machen. Wir sollten es nicht in den Bücherschrank stellen sondern es lesen!

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