Udo Pollmer, Georg Keckl, Klaus Alfs: Don’t Go Veggie! – 75 Fakten zum vegetarischen Wahn, 2015 Hirzel, Stuttgart

Bitte keine Illusionen hegen:

Kein einziger Vegetarier oder Veganer wird durch dieses Buch überzeugt werden, von seiner Einstellung – oder wie es die Autoren nennen „seinem Wahn“ – abzulassen. Wo anstelle von Wissen der Glaube oder die Ideologie das Verhalten bestimmt, ist wissenschaftliche Aufklärung wirkungslos, nur die Macht des Lebens selber kann Veränderungen herbeiführen. Weiterlesen

Anne Köhler: Ich bin gleich da, 2015 Dumont Köln, 348 Seiten

Ich komme mit diesem Buch nicht zurecht! Darf ein Kritiker einen solchen Eindruck aufschreiben? Ist dies nicht das Eingeständnis eigenen Unvermögens? Ein Leser darf das Buch nach 20 oder dreißig oder auch nach 100 Seiten beiseitelegen, er darf es auch zu Ende lesen und dann enttäuscht sein, weil vielleicht Leere in ihm zurückbleibt, denn ein Buch soll doch erfüllen, es ist geschrieben worden, um zu bewegen und gerade nicht, um bewegungslos zu machen. Aber ist eine derartige Reaktion nicht etwas Menschliches? Zweifellos ist ein Kritiker auch ein Mensch, aber als Kritiker darf er es nicht sein. Er kann Liebhaber und Verschmähter sein, oder Analytiker und Theoretiker, auch Sezierer und Furie, aber nicht Mensch. Weiterlesen

Caramelized

Der Beginn

Ein in Hamburg lebender Amerikaner mit norwegischen Wurzeln (und norwegischem Namen) entwickelt die Idee für ein Internet-Kochbuch und benennt dieses mit einem gewöhnlichen Begriff aus Küchentechnik, aber in Englisch und deshalb in Deutsch nicht so leicht aussprechbar. Wäre angesichts einer derartigen Konstellation ein Unternehmensberater nach den Erfolgsaussichten dieses Online-Koch-Buches befragt worden, hätte seine Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit gelautet:

„Keine Chancen am Markt, viel zu skurril!“

Die Entwicklung von Caramelized seit seiner Entstehung vor zwei Jahren beweist jedoch genau das Gegenteil! So ist es oft mit den Markteinschätzungen. Weiterlesen

Buch-Rezension: Marmite – Die Zeitschrift für Ess- und Trinkkultur

Ich gestehe gleich am Anfang: Dies ist keine klassische Buch-Rezension! Marmite ist die beste Food-Zeitschrift der Schweiz. Deutsche Gourmets kennen sie vielleicht aus ihrem Urlaub in der Schweiz, denn sie liegt in vielen Hotels aus. In Deutschland ist sie im Kiosk leider nicht zu haben, allerdings ist die Chefredaktion stolz auf zahlreiche deutsche Abonnenten, vornehmlich in Süddeutschland.  Weiterlesen

Buch-Rezension: Deutsche Kochzeitschriften

Deutsche Kochzeitschriften

DER KAMPF DER KOCHLÖFFEL IN DEN ZEITUNGSREGALEN

Wer kann sich noch an die Zeit erinnern, in der „essen und trinken“ in den Bahnhofsbuchhandlungen versteckt im Fach für Frauenzeitschriften lag? Das war die Zeit, als die Rubrik „Computerzeitschriften“ noch nicht existierte. Inzwischen haben sich in den Regalen die Computer- und die Kochzeitschriften breitgemacht. Computerzeitschriften als Massenware? Das kann jeder verstehen. Aber Kochzeitschriften und Kochmagazine? Was soll das in unserer modernen Zeit? Schon bei den unzähligen Rezeptzeitschriften stockt einem der Atem. Lassen sich im Internet nicht alle, aber auch wirklich alle möglichen Rezepte bequem finden? Wer um alles in der Welt braucht da noch Rezeptzeitschriften? Und dann noch die sogenannten High-End-Produkte wie „Port Culinaire“, Weiterlesen

Buch-Rezension: Die Food-Berichterstattung in London

Die Food-Berichterstattung in London

Englische Zeitungen und Magazine weit vor den Deutschen

Deutschland hat den „Feinschmecker“ und den „Port Culinaire“, auch das grandiose Magazin „BEEF“ und noch so manch anderes mit umfangreicher Berichterstattung über Restaurants oder über neue kulinarische Entwicklungen. Immer wieder trauen sich wagemutige Verleger an neue Projekte heran, wie den seit drei Jahren in München erscheinenden „foodhunter“. Zudem werden Rezepte in über dreißig verschiedenen Zeitschriften dem geneigten Publikum empfohlen. Die Kochmagazine beanspruchen in den Ständen der Bahnhofsbuchhandlungen mehr Platz als Computermagazine. Sicherlich haben die Kochsendungen auf fast allen Fernsehprogrammen ein ihriges für diesen Hype getan. Allerdings sind die anspruchsvolleren Magazine ganz autark entstanden. Weiterlesen