Es war einmal in Trinidad!

Das Romantic Dinner im Hotel Iberostar

Sie ist eines der berühmtesten kubanischen Städte, sogar Weltkulturerbe, was auf dieser Insel noch etwas heißt, denn damit fließen Gelder zur Restaurierung, selbstverständlich von uns, damit wir als zahlende Touris deren Verwendung auch genießen können. Das beste Hotel der Stadt gehört zur höchsten Kategorie der es betreibenden spanischen Hotelkette. Und in der Tat, das Hotel hält erstaunlicherweise auch das, was es im Prospekt und mit der Einstufung verspricht: spanischer Kolonialstil, bestens restauriert und mit einer modernen Einrichtung verbunden. Der Gast fühlt sich aufgehoben.
Auch das Restaurant ist prächtig erneuert. Vor seinem Eingang wird auf einer Tafel Werbung für ein besonderes kulinarisches Ereignis gemacht. Ein Romantic Dinner wird angepriesen, doch nicht nur das, beim Lesen der Menükarte offenbart sich Erstaunliches. Es ist das anspruchsvollste Menü, das ich jemals auf Kuba zu Gesicht bekommen habe. Ich war ziemlich baff, las die Ankündigung ein zweites Mal, aufkommende Zweifel in die Realisierbarkeit dieses Menüs wurden durch mein wachsendes Interesse unterdrückt. Ich buchte sofort für mich und meine Frau. Weiterlesen

Markttag in Colón

Am Samstag wird eingekauft. Manche viel, manche nur wenig, die meisten normal. Aber unabhängig davon, heute muss in jedem Haus gekocht werden, weil am Sonntag die Familie zusammen kommt. Eigentlich ist für die Versorgung mit den dafür erforderlichen Lebensmitteln die Bodega da. Indessen charakterisiert Kuba kein Wort mehr als dieses „eigentlich“.

Eigentlich werden alle gleich bezahlt, aber einige haben mehr Geld als andere. Eigentlich gib es keine Kriminalität, aber die Fenster in den ersten Stockwerken sind alle vergittert. Eigentlich ist der Sozialismus die Zukunft, aber die Jugend verlässt das Land. Eigentlich stellt der Staat alles zum Leben erforderliche zur Verfügung, aber die Bauernmärkte alles andere. Weiterlesen

Champagne De Sousa in Avize

Französische Winzer sind ein abgeschottetes Völkchen. Sie halten viel von Tradition und Familie. Beispielsweise gibt es in Burgund gerade einmal ein Weingut (Bertagna), das sich in deutschem Besitz befindet. Selbst in dem inzwischen recht polyglotten Bordeaux bleibt man am liebsten unter sich. Da grenzt es schon an ein Wunder, das ein schlichter portugiesischer Einwanderer erst eine Winzertochter heiraten konnte, dann vor sechs Jahrzenten unter seinem Namen ein eigenes Champagnerhaus gründete, und dieses inzwischen an die Spitze der Familienbetriebe in der Champagne geführt hat. Weiterlesen

Top 10 Gegessen in 2014

Massimo Bottura

Wie ist es möglich herauszufinden, welche Gerichte im gerade zu Ende gehenden Jahr mir die liebsten waren?

Auch 2014 stelle ich mir erneut diese Frage!

Indessen:

Weiß ich nach Monaten noch, was mir im Winter oder im Frühjahr am besten geschmeckt hat, trotz meiner Aufzeichnungen? Weiterlesen

Kulinarische Eindrücke in Peking

Kulinarische Gegensätze

China ist ein Land der Gegensätze, was besonders in seiner größten Stadt Peking deutlich wird:

Wirtschaftliche Selbständigkeit und politische Einparteienherrschaft, riesige Hochhaussiedlungen und Leben in kleinen familiären Gemeinschaften, nationales Selbstbewusstsein und hemmungsloses Kopieren westlicher Marken
Auch in der Kulinarik setzt sich dies fort. Weiterlesen

Erlebnis – „Pisco sour“

Ein Peruanisches Nationalheiligtum

Für einige Tage hatte ich mich in Lima im Hotel Country Club einquartiert. Am ersten Abend, noch erschöpft vom vielstündigen Flug, nahm ich in der Hotelbar noch einen Schummertrunk. Ich erwartete eine normale Hotel – Bar und erlebte eine Legende.

Die Bar war imposant: englisch eingerichtet mit einer kompletten Holztäfelung und tiefen Ledersesseln. In diesen saßen oder standen an der kleinen Theke Damen mit high heels sowie mit oben und an der Seite tiefausgeschnittenen Kleidern, Herren in Uniformen mit roten Streifen an den Hosen und gold klimpernden Orden, ziemlich schräg gekleidete Künstlertypen, selbstbewusst blickende Managertypen im Zweireiher und kichernde Japanerinnen. Wo war ich hier gelandet? Und eigenartig war, dass alle dasselbe Getränk in ihren Händen hielten: Ein Rotweinglas aber gefüllt mit einer blassgrünen Flüssigkeit, auf der sich eine weiße Krone befand. Weiterlesen

Das Peruanische Wunder

Eine Entzauberung

In den folgenden Wochen berichte ich über kulinarische Erlebnisse während eines Besuches in Peru im Februar dieses Jahres.

In der letzten Zeit wird in Deutschland umfangreich über den kulinarischen Aufschwung in Südamerika berichtet, und als dessen Zentrum Lima geschildert. Verglichen mit der Situation vor zwanzig Jahren ist diese Euphorie durchaus berechtigt, verglichen mit der Anzahl hochwertiger Restaurants beispielsweise in Berlin zu der in Lima ist diese Euphorie medial gesteuert, und gemessen an der Anzahl der Restaurants mit Sternequalität in Lima völlig unberechtigt. Würde unsere Kulturstaatsministerin das Auslandsmarketing unserer Top – Gastronomie ähnlich intensiv betreiben wie der peruanische Staat, würde alle Welt über das deutsche Wunder reden! Allerdings ist dies bei der kulturellen Prägung unserer Spitzenpolitiker nicht zu erwarten. Weiterlesen

Fehlbarkeit eines Kritikers

ZUM  ZWEITEN  JAHRESTAG MEINES  BLOGS

Ein Kritiker speist anders als der durchschnittliche Gast. Er entscheidet sich selten für ein vorgegebenes Menü, welches eines unter zwei, drei oder vier verschiedenen ist, und genau so wenig wählt er aus einer zusätzlich vorhandenen Karte nur einige Gerichte aus. Fast immer stellt er sich aus allen Angeboten sein eigenes Arrangement zusammen, und nur dieses beurteilt er dann. Weiterlesen

Restaurantkritik: San Christobal in Havanna

Ambiente

Vor 55 Jahren war die San Rafael Straße eine der besseren Adressen Havannas. Die zwei bis vierstöckigen Häuser sind allesamt in einem unterschiedlichen Stil erbaut, was bis heute noch einen gewissen Charme ausstrahlt und früher eine aufregende Atmosphäre hervorgerufen haben wird. In ihren Erdgeschossen befanden sich einstmals zahlreiche edle Geschäfte und in den Stockwerken darüber die Büros von Rechtsanwälten, Maklern und kleinen Unternehmen. An einigen wenigen Häusern sind noch entsprechende Schriftzüge zu erkennen. In anderen befanden sich Wohnungen der damals breiten und wohlhabenden Kubanischen Mittelschicht. Sie hatten zumeist hohe Räume, säulengeschmückte Treppenaufgänge aus Marmor und vielfältig verzierte Fassaden. Weiterlesen

Havanna Miami – II. Teil

Charakter der Paladare

Die privaten Restaurants verfügen über eine Eigenschaft, die identisch mit denen westlicher Restaurants ist. Sie leben ausschließlich von der Persönlichkeit ihres Besitzers bzw. ihres Betreibers. Die Persönlichkeit ist ihr wichtigstes Kapital! Im Unterschied zu vielen westlichen Restaurants ist dies jedoch höchst selten der Koch selber. Einige der Besitzer waren zwar zuvor auch Koch, und haben in der ersten Zeit ihres Paladar als solcher dort auch gearbeitet, aber mit wachsendem Erfolg haben sie sich angestellte Köche gesucht.

Viele andere Betreiber waren niemals Koch. Mit ihrem Kapital haben sie ein privates Restaurant eröffnet, und von Anfang an in der Küche einen angestellten Chefkoch arbeiten lassen. Weiterlesen

Havanna Miami – I. Teil

Mit diesem Beitrag beginne ich eine kleine Serie von Restaurantkritiken über private Restaurants in Havanna. Ihre kubanische Bezeichnung lautet „Paladar“ (Geschmackssinn).

Wie bei all meinen früheren Kritiken oder Berichterstattungen, und bei meinen Glossen sowieso, werde ich dafür von Niemand bezahlt. Ich habe mich dazu auch nicht an das kubanische Tourismusbüro in Deutschland oder gar an das Tourismusministerium in Havanna gewandt. Die Bedingungen, unter denen ein offizieller Journalist oder Publizist nach Kuba einreist und dann dort begleitet wird, sind nicht gerade erquicklich. Zumal das Verständnis für die Kulinarik bei den dort verantwortlichen Damen und Herren unterhalb der rudimentären Schwelle angesiedelt ist. Ganz im Unterschied dazu bin ich in ausnahmslos allen Paladare ungemein herzlich und sehr verständnisvoll aufgenommen worden. Teilweise habe ich stundenlange Gespräche geführt. Ich hatte etliche spanische Kochbücher mitgenommen sowie auch ein Dutzend Keramikmesser. Am Ende meiner Besuche habe ich diese als kleines Geschenk übereicht, worauf ich – dies erwähne ich aus Anstand – in jedem Paladar eingeladen worden bin. Weiterlesen

Top 10 Gegessen

Wie ist es möglich herauszufinden, welche Gerichte mir im gerade zu Ende gehenden Jahr 2013 die liebsten waren? Weiß ich nach Monaten noch, was mir im Winter oder im Frühjahr am besten geschmeckt hat, trotz meiner Aufzeichnungen? Und: Ist es sinnvoll, dies auf zehn Gerichte zu reduzieren? Vor allem wenn ich bei weitaus mehr Drei-Sterne-Köche gegessen habe? Weiterlesen

Eine sehr gefragte Veranstaltung im „Centre Port Culinaire“ in Köln

Am Montag, den 25 November trafen sich im „Centre Port Culinaire“ in Köln zahlreiche Köche und Restaurateure bei einer hochkarätig besetzten Veranstaltung, deren Sinn es war, Möglichkeiten, Organisationsformen und kulinarische Bedingungen im Catering aufzuzeigen. Weitgehend vor der Öffentlichkeit verborgen hat Catering in den letzten Jahren in Deutschland einen steilen Aufstieg erlebt. Firmen und Organisationen und Veranstaltungsunternehmen und durchaus auch Private haben ihre Veranstaltungen kulinarisch zunehmend durch Caterer durchführen lassen. Im Vergleich zu den professionellen Cateringunternehmen haben sich Restaurateure bisher auf dieses sich stetig wandelnde gastronomische Umfeld nur geringfügig eingestellt. Weiterlesen

Maravilla Zigarren

Auf meinem Blog habe ich bisher keine Werbung eingestellt. Dies nicht aus Unlust, sondern weil sich kein Unternehmen angeboten hat, welches die Qualitätsansprüche erfüllt, die ich an meine Restaurantkritiken anlege. Dieser Text ist auch eigentlich keine Werbung. Ich bin mit Hemmy Garcia befreundet. Er ist der Inhaber eines feinen Zigarrengeschäftes, des HEMMYS, im Berliner Stadtteil Frohnau. Weiterlesen

Abend der Superlative

Erleben Sie am 9. November einen Abend der Superlative: Sternekoch Herbert Brockel und seine Kollegen Sven Messerschmidt vom Gut Lärchenhof, Oliver Röder von der Burg Flamersheim und Rudolf Thewes vom Kaiserbahnhof Brühl kreieren und präsentieren an vier Kochstationen exquisite Köstlichkeiten umrahmt von einem attraktiven Showprogramm der Extraklasse. Weiterlesen

Koch des Jahres auf der ANUGA

Das ganze Jahr über wird in Deutschland irgendwo ein neuer Koch des Jahres kreiert. Jeder Restaurantführer will ihn haben, jede Gourmetzeitschrift muss ihn krönen und auch im Internet wird permanent nach ihm gesucht. Jeder von den 20 bis 30 besten Köchen Deutschland war es schon einmal, manche gleich mehrfach. Weiterlesen