Top 10 Gegessen in 2014

Massimo Bottura

Wie ist es möglich herauszufinden, welche Gerichte im gerade zu Ende gehenden Jahr mir die liebsten waren?

Auch 2014 stelle ich mir erneut diese Frage!

Indessen:

Weiß ich nach Monaten noch, was mir im Winter oder im Frühjahr am besten geschmeckt hat, trotz meiner Aufzeichnungen?

Und:

Ist es sinnvoll, dies auf zehn Gerichte zu reduzieren? Vor allem wenn ich bei weitaus mehr Drei-Sterne-Köche gegessen habe?

Ich könnte noch weitere zweifelnde Fragen zur Sinnhaftigkeit eines solchen Bestrebens anführen.

Aber:

Wir leben in einer Zeit der „Listen“!

Zugleich:

Ich hatte Spaß, über eine solche Liste nachzudenken.

Deshalb auch in diesem Jahr zum Jahresende meine kleine Übersicht derjenigen Gerichte, die mir in 2014 ganz besonders in Kopf haften geblieben sind, und über die ich in diesem Jahr geschrieben hatte.

Wenngleich:

Noch in keinem Jahr habe ich so viele verschiedene kulinarische Eindrücke auf höchstem Niveau aufgenommen wie in 2014 (vor allem in Deutschland! Aber auch in Peru, Italien, China, Hongkong, Macao, Schweiz, Österreich, Holland, Kuba). Ich bleibe bei den „Top 10“, doch eigentlich müssten es wenigstens 20 sein. Allerdings können Sie diese ja in meinen Berichten der letzten 12 Monate nachlesen:

  1. Schulter von Almochsen mit Lagrein Dunkel geschmort: Gostner Schwaige, Franz Mulser, Südtirol (einer der besten alpinen Almhütten und ein Gericht wie von Muttern! Schön in Rotwein geschmort, ein Gedicht von einem Sonntagsbraten.)
  2. Schweinekinn: Restaurant Tim Raue, Berlin (Tim Raue ist ein Künstler in der Verknüpfung verschiedener asiatischer kulinarischer Elemente. Sein Schweinekinn muss  ein Gourmet probiert haben!)
  3. Mariazeller Saibling im Bienenwachs mit gelber Rübe, Pollen & Rahm: Steirereck, Wien (Heinz Reitbauer hat eine echte Weltsensation geschaffen, eine einzigartige kulinarische Kreation.)
  4. Himbeere, Zwetschge: Restaurant Bareiss, Baiersbronn (Claus-Peter Lumpp hat mit Stefan Leitner einen Patissier in seiner Mannschaft, der auf Augenhöhe mit ihm arbeitet, aber noch beschiedener ist als Lumpp selber und deshalb in Deutschland bislang völlig unterschätzt wird.)
  5. Pralinen: Fine Dining im The Dolder Grand, Zürich (Heiko Nieder stellt die besten Pralinen eines Spitzenrestaurants her. Er musste sogar nur dafür einen zweiten Patissier einstellen!)
  6. Hare in the Woods: Osteria Francescana, Modena (von Massimo Bottura könnte ich gleich mehrere Teller in diese Übersicht aufnehmen. Er gehört zu der sehr kleinen Gruppe internationaler Köche, die heute Maß aller Dinge sind. Er ist ein philosophisch denkender Kochkünstler.)

Es folgen gleich vier Menüs, weil alle drei völlig unterschiedlich aber jedes für sich überragend war.)

  1. Menü: Schauenstein Schloss Hotel Restaurant, Schweiz (Andreas Caminada inszeniert die beste kulinarische Show des Kontinents und dies auf höchstem küchentechnischem Niveau)
  2. Menü: Central, Lima (Virgilio Martínez Veliz ist der beste peruanische Koch und einer der besten Lateinamerikas, sein 16 gängiges Menü bestand aus kleinen Teilen, ungemein originell zubereitete peruanische Zutaten)
  3. Menü: 8 Qi Nian, Hotel New World, Peking (Der junge Chefkoch Duan Yu war eine großartige Entdeckung, bei ihm haben wir das beste chinesische Menü unseres Lebens gegessen.)
  4. Menü: Robuchon au Dome, Macao (Die Inspirationen sind Robuchon trotz eines überwiegend gastronomischen Mangerlebens noch nicht verloren gegangen. Eine grandiose Abfolge zusammen mit seinem Chefkoch Francky Semblat erstellt.)

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